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Motorrad-Entwicklung

Die amtliche Beschreibung eines Motorrads lautet (Zitat): ”... ist ein motorisiertes, nicht an Schienen gebundenes, einspuriges Landfahrzeug mit Verbrennungsmotor.” Diese allgemeine Beschreibung sagt nichts über die Technik eines Motorrads aus, die sich vor allem in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt hat.

Der berühmte Autobauer Gottlieb Daimler war es, der als erster um das Jahr 1885 so etwas ähnliches wie ein Motorrad entwickelte. Er nannte es “Reitwagen”, da er es mit einem motorisierten Pferd verglich. Gottlieb Daimler muss nicht sehr erfolgreich mit dieser Entwicklung gewesen sein, denn erst zehn Jahre später gelang es zwei Herren namens Hildebrand und Wolfmüller ein Motorrad in Serie zu bauen.

Kurz zuvor hatte Wilhelm Maybach 1893 seinen Spritzdüsenvergaser zum Patent angemeldet, dies war die Grundvoraussetzung für ein Serien-Motorrad. Doch erst 1901 gab es den entscheidenden Durchbruch mit der Magnetzündung, die Robert Bosch 1901 zum Patent anmeldete. Mit diesen beiden Erfindungen nahm die technische Entwicklung der Motorräder seinen Lauf.

Angespornt durch die deutschen Erfinder wurde auch im restlichen Europa an der technischen Weiterentwicklung gearbeitet. In Frankreich wurde 1899 ein Motorrad vorgestellt, das erstmals einen in den Rahmen integrierten Motor besaß. Und bereits 1904 wurde in Belgien das erste 4-Zylinder-Motorrad und die Kardanwelle entwickelt, während in England 1908 der Durchbruch mit einem Kickstarter gelang, einhergehend mit einem bereits ausgereiften Zweitaktmotor. Diese rasante Entwicklung schwappte auch nach Amerika, und ein Tüftler namens Indian erfand den elektrischen Anlasser mitsamt einer elektrischen Beleuchtung.

Honda gelang um das Jahr 1970 eine der revolutionärsten Erfindungen, den quer eingebauten Vierzylinder-Viertaktmotor. Zwar gab es diesen schon vorher, doch bei Honda entwickelte man ihn zur marktreife. Jetzt wollten die Amerikaner den Japanern nicht das Feld alleine überlassen. Man versuchte, mit den so genannten Boss-Hoss-Modellen mit V-8-Automotoren, mehr als fünf Litern Hubraum und gigantischen 300 PS den Japanern Konkurrenz zu machen.

Doch irgendwie stagnierte die Weiterentwicklung der Motorräder in den 1960er Jahren. Die Verkaufszahlen gingen rapide zurück, und man glaubte schon an das Nischenprodukt Motorrad. Aber tot gesagte leben länger. Anfang 1980 begann die große Wiederauferstehung. Plötzlich war die enorme Beschleunigung der Motorräder ein großes Thema. Von Null auf 100 in drei Sekunden war der Maßstab. Und natürlich die Geschwindigkeit, die nach oben keine Grenzen kannte. Eines hatte sich technisch nur unwesentlich verändert: Die Motorleistung wird über eine Kette oder eine Kardanwelle bzw. einen Zahnriemen auf das Hinterrad übertragen, aber die Motorenleistung kannte nach oben hin keine Grenzen mehr. Man testete neue Motoren wie den Wankel und verschiedene Dieselvarianten, doch ihnen gelang der Durchbruch nicht.

Um dem Geschwindigkeitsrausch Grenzen zu setzen, haben sich die Hersteller im Jahre 2002 verpflichtet, die Höchstgeschwindigkeit aller Motorräder auf 299 Stundenkilometer zu begrenzen.




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